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Geschichte

Der Ursprung des Shaolin Kung Fu

Es herrscht bislang keinesfalls Einigkeit über den Ursprung der chinesischen Kampfkünste. Einer weitverbreiteten Legende nach befindet sich die Wiege der Kampfkünste Chinas im Shaolin-Kloster am Song-Shan-Berg in der Provinz Henan in Zentral-China. 

Shaolin-Kloster am Berg Song in Henan
Quelle: The Shaolin Kung Fu of China - World Tour. Programmheft. 1999

Shaolin-Kloster

Dieser Tempel wurde auf Befehl des Kaisers Xiaowen für den indischen Mönch Ba Tuo gegründet, der sich auf die Übersetzung der heiligen Sutras, der buddhistischen Lehrsätze, in das Chinesische konzentrierte. Ca. 30 Jahre später soll den Überlieferungen nach ein indischer Mönch namens Ta Mo (jap. Bohdidharma) aus Kanchipuram bei Madras (Indien) im Jahre 520 n.Chr. eingekehrt sein, um sich dort dem Buddhismus zu widmen. Er entwickelte eine bis dato neue Form des Buddhismus, den sogenannten Chan-Buddismus (jap. Zen), bei dem stundenlange Meditation zur Tagesordnung gehört.

Zeichnung von Ta Mo mit Mönchsspaten
Quelle: P'ng Chye Khim 1997, S. 2

Zeichnung von Ta Mo

Nach der Legende soll Ta Mo neun Jahre in einer Höhle eine Wand angestarrt haben, versunken in Meditation. Ein Schatten seiner Gestalt soll sich in dieser Zeit auf dem Felsen abgebildet haben.

Um die körperlichen Vorraussetzungen für diese harte Form der Meditation zu schaffen und nach langer Zeit der Unbeweglichkeit den Körper wieder beweglich zu machen, entwickelte Ta Mo Übungen zur Auflockerung und Stärkung des Körpers. Diese Übungen werden auch als 18 Hände des Lohan (Shih-pa lohan shou) bezeichnet.. Experten sehen in ihnen den Grundstein für die ostasiatischen Kampfkunstsysteme. 

Es gibt begründete Zweifel daran, daß es vor der Ankunft Ta Mo’s kein Kung Fu in China gegeben haben soll. Jedoch hat Ta Mo einen Aspekt in die Kampfkünste gebracht, der bislang nicht zu finden war und sie bis heute geprägt hat. Das neue an seiner Form der Lehre war es, das Kämpfen zu erlernen, um nicht Kämpfen zu müssen. Dieser auf den ersten Blick paradox wirkende Satz geht von der Annahme aus, daß man aus Angst vor dem Gegner eher zu einem gewaltvollen Angriff bereit ist getreu dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Jedoch kann man ohne diese Angst Konfliktsituationen besser einschätzen und Kompromißlösungen heranziehen, die einer gewaltvollen Auseinandersetzung vorzuziehen sind. Denn nach einem alten chinesischen Sprichwort ist jeder vermiedene Kampf ein gewonnener Kampf.

Da der Buddhismus jegliche Gewalt gegen Lebewesen ablehnt, wurden die Übungen gewaltlos geübt und nur in Notsituationen zur Selbstverteiligung oder zur Nothilfe wehrloser Personen, die bedroht wurden, eingesetzt. 

Auch heute noch praktizieren die Shaolin-Mönche täglich Kung Fu, um ihre körperliche Kondition zu verbessern und so eins mit Körper und Geist zu werden. Zu ihrem täglichen Training gehört auch Hard-Qi-Gong, eine Form der Körperabhärtung, die die Mönche scheinbar unverwundbar macht. Diese hohe Stufe der Meisterschaft dient der Beherrschung des Qi, der körpereigenen Energie. Diese Energie kann durch Atemtechnik und Konzentration bestimmten Körperteilen zugeordnet werden, so daß Schmerzunempfindlichkeit erreicht wird. So ist es möglich, den extremen Belastungen der Abhärtungsübungen standzuhalten. Ihr können demonstrierten die Mönche des Shaolin-Klosters nun auch auf einer Welttournai, durch die sie ihr Kung Fu als auch die Lehre Buddhas verbreiten.

Shaolin-Mönch mit Dan Dao (Säbel) Shaolin-Mönch bei einer Hard-Qi-Gong-Übung
Shaolin-Mönch mit Säbel Shaolin-Mönch beim Hard-Qi-Gong
Quelle: The Shaolin Kung Fu of China - World Tour. Programmheft. 1999

Literatur: 

Reid, Howard / Croucher, Michael: Der Weg des Kriegers - Kampfsprotarten. Tradition - Technik - Geist. 2. Aufl., München 1994

Dolin, A.: Kempo - Die Kunst des Kampfes. Geschichte und Techniken der ostasiatischen Kampfsportarten. Frechen o.J.

Lind, Werner: Das Lexikon der Kampfkünste - China, Japan, Okinawa, Korea, Vietnam, Thailand, Burma, Indonesien, Indien, Mongolei, Philippinen, Taiwan u.a., Berlin 1999

Sommer, Hans-Ulrich: Kung-Fu (Wu-Shu) Lexikon. 4. Aufl., Wehrheim 1993

P’ng Chye Khim / Donn F. Draeger: Shaolin Lohan Kung-Fu. 5. Aufl., Singapore 1997

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zuletzt geändert am 13.11.2005
(c) Alessandro Morosin, 2005
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