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Süd-Shaolin

Der Süd-Shaolin-Lohan Ch’uan Kung Fu Stil ist ein traditioneller Kung Fu Stil, der von einem Shaolin-Mönch namens Sik Koe Chum (1886-1960) gegründet wurde, welcher auch unter dem Namen Gaocan bekannt ist. Gaocan verbesserte die aus dem Shaolin-Kloster stammenden Bewegungen unter Berücksichtigung des traditionellen Hintergrundes. Er war Begründer der Hood Khar pai, in der der Lohan-Kung Fu Stil unterrichtet wird.

Grundsteinleger Sik Koe Chum

Gaocan, der ursprünglich aus dem Norden Chinas kam, widmete den Großteil seines Lebens dem Buddhismus. 

Im alter von 25 Jahren beschloß er, einer alter buddhistischen Tradition folgend, mit sechs weiteren Klosterschülern, sechs Jahre lang als Bettelmönch ohne Hab und Gut durch das Land zu wandern, barfüßig und kein Haus betretend außer der buddhistischen Stätten. 

Als er im Jahre 1940 China verließ, um weitere Zen-Meister und buddhistische Tempelanlagen zu besuchen, ging er zunächst nach Indonesien. Im Jahre 1947 kam er nach Singapur und schließlich 1955 nach Penang (Malaysia), wo er an der Reparatur einer Tempelanlage mitarbeitete. 1956 gründete er die Hood Khar pai in Penang. Der Name seines Institutes lautet heute noch „Penang Shaolin Athletic Association“, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1960 Kung Fu unterrichtete. Sein Stil verbreitete sich durch seine Schüler über die ganze Welt.

Ein Schüler von Gaocan, P’ng Chye Khim, ist heutiger Leiter der Penang Shaolin Athletic Association. P’ng Chye Khim betreibt neben der Kung Fu Schule auch eine Praxis für Akupunktur. Im Jahre 1979 verfasste er mit Donn F. Draeger in englischer Sprache das Buch „Shaolin Lohan Kung-Fu“, in dem einige Techniken und Formen des Lohan-Stils vorgestellt werden.

Meister P'ng Chye Khim beim Bruchtest

 

 Techniken des Lohan-Stils:

Der Süd-Shaolin Lohan Ch’uan Kung Fu-Stil läßt sich überwiegend der harten, äußeren Schule zuordnen, und besitzt als südliche Stilrichtung hauptsächlich präzise Handtechniken. Fußtechniken sind eher selten und beschränken sich fast ausschließlich auf tiefe Stellen des Körpers.

Schwerpunkt des Trainings ist das Erlernen von traditionellen Formen, das sind vorgegebene Bewegungsabläufe, die man meist partnerlos übt. In japanischen Systemen werden diese Formen als Kata bezeichnet. Dabei gibt es neben den Handformen auch zahlreiche Waffenformen, die mit traditionellen Waffen gelaufen werden. Die Waffen, von denen es in Shaolin-Kung-Fu-Systemen 18 Waffengattungen gibt, unterteilen sich dabei in kurze Waffen (Säbel, Schmetterlingsmesser usw.), lange Waffen (Langstock, Hellebarde, Mönchsspaten usw.), in flexible bzw. weiche Waffen (z.B. Eisenpeitsche, Drei-Sektionen-Stock), doppelte Waffen (z.B. Schmetterlingsmesser) und fliegende Waffen (z.B. Wurfmesser, fliegender Kommet usw.). Für das erlernen der Waffenform sind eine gute Grundausbildung in den Handformen und gute Koordination und Reflexe erforderlich. Daher werden sie erst in späteren Ausbildungsjahren unterrichtet.  

Neben den Formen werden traditionelle Verteidigungen gelehrt. Dabei gibt es vor allem Basisverteiligungen, die waffenlos mit dem Partner durchgeführt werden. Hinzu kommen spezielle Lohan-Verteidigungen, die sich durch ein hohes Maß an Effektivität auszeichnen und ein besonderes Geschick des Schülers voraussetzen. Traditionelle Tierverteidigungen werden nach den fünf Tierstilrichungen Tiger, Schlange, Leopard, Drachen und Kranich gelehrt. Dazu kommen Handverteidigungen gegen Knüppel, Langstock usw. und Waffenverteidigungen (Stock gegen Stock, Speer gegen Schwert usw.).

 

Literatur:

P’ng Chye Khim / Donn F. Draeger: Shaolin Lohan Kung-Fu. 5. Aufl., Singapore 1997

Markus, Peter: Mönche, Boxer & Rebellen - Über Geschichte und Zustand der chinesischen Kampfkünste. 1. und 2. Teil. Düsseldorf 1990 (unveröffentlicht)

Sommer, Hans-Ulrich: Kung-Fu (Wu-Shu) Lexikon. 4. Aufl., Wehrheim 1993

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zuletzt geändert am 13.11.2005
(c) Alessandro Morosin, 2005
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